Gedicht

Heinz Kahlau

Aufnahme 2017

Manchmal kommt es, dass die Liebe uns einreden will,
wir könnten andere sein, als wir sind.

Wir glauben es auch, solange die Liebe noch lauter ist als wir selber.

Wehe aber, die Liebe muss Atem holen. Dann hören wir wieder auf uns, dann
können wir nicht mehr sein, wie wir wollen, dann müssen wir sein, wie wir sind.

Nicht die Liebe ist es, die uns ändert. Andere werden wir nur, wenn wir uns nicht
mehr ertragen können, wenn wir uns nicht mehr genügen, so wie wir sind.

Freilich – uns selber zu ändern, sind Kräfte vonnöten, mit denen man Welten
erschafft. Einzig aber die Liebe gibt uns dazu die Kraft.