Albrecht Goes

Albrecht Goes wurde am 22.3.1908 im evangelischen Pfarrhaus in Langenbeutingen geboren. Ab 1926 studierte er Germanistik und Geschichte, später Evangelische Theologie in Tübingen und in Berlin. 1933 trat er seine erste Pfarrstelle in Unterbalzheim bei Illertissen an. 1940 wurde er einberufen und zum Funker ausgebildet und danach in Rumänien eingesetzt. 1942 bis 1945 war er als Geistlicher im Lazarett und im Gefängnis in Russland, Polen, Ungarn und Österreich tätig. Nach dem Krieg war er wieder Pfarrer in Gebersheim, 1953 quittierte er den Pfarrdienst und lebte als freier Schriftsteller. Er predigte weiterhin zweimal im Monat.
Nach dem Krieg engagierte er sich gegen die Wiederaufrüstung, zum Beispiel – unter anderem mit Gustav Heinemann – als Unterzeichner des „Deutschen Manifests“ der Paulskirchenbewegung. 1958 wurde er in die Berliner Akademie der Künste aufgenommen. Seit 1949 war er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Albrecht Goes starb am 23. 2. 2000 in Stuttgart.

Bereits 1932 erschienen mit „Verse“ und dann 1934 mit „Der Hirte“ erste Gedichtbände. 1950 veröffentlichte er die Erzählung „Unruhige Nacht“: Der Ich-Erzähler wird hier als evangelischer Kriegspfarrer der Wehrmacht gerufen, um den deutschen Soldaten Baranowski auf seine Hinrichtung wegen Fahnenflucht vorzubereiten.
„Und wenn wir je doch übrigbleiben sollten, dann wird man uns fragen: was habt ihr getan? Und dann werden wir alle daherkommen und sagen: wir, wir tragen keine Verantwortung, wir haben nur getan, was uns befohlen wurde. Ich sehe es schon im Geist, Herr Bruder, das ganze Heer der Beteuerer, die Händewäscher der Unschuld.“

Werke u.a.:
1934: Der Hirte. Gedichte
1935: Heimat ist gut. Zehn Gedichte
1936: Lob des Lebens. Betrachtungen und Gedicht
1937: Vergebung
1938: Der Zaungast
1940: Der Nachbar. Gedichte
1943: Gelöbnis; Nachtwache, Fleckfieberlazarett
1942: Die guten Gefährten. Begegnungen
1944: Die Begegnung. Zehn Gedichte
1946: Schwäbische Herzensreise 1946
1946: Der Weg zum Stall
1947: Die Herberge. Gedichte
1950: Unruhige Nacht
1953: Unsere letzte Stunde. Eine Besinnung
1954: Das Brandopfer. Erzählung
1958: Der Gastfreund. Prosa und Verse
1959: Das Sankt Galler Spiel von der Kindheit Jesu, erneuert
1961: Zehn Gedichte
1962: Die Gabe und der Auftrag
1963: Aber im Winde das Wort. Prosa und Verse aus zwanzig Jahren
1965: Das Löffelchen
1976: Tagwerk. Prosa und Verse
1978: Lichtschatten du. Gedichte aus fünfzig Jahren
1986: Erzählungen, Gedichte, Betrachtungen
1988: Keine Stunde schwindet. Eine Auswahl
1991: Mit Mörike und Mozart. Studien aus fünfzig Jahren
1997: Dunkle Tür, angelehnt. Gedanken an der Grenze des Lebens
1998: Das Erstaunen. Begegnung mit dem Wunderbaren
2007: Lebensspur. Gedichte von Albrecht Goes und Holzschnitte von Andreas Felger