Gerrit Engelke

Gerrit Engelke wurde am 21.10.1890 in Hannover geboren und starb am 13.10.1918 in Etaples bei Cambrai, Frankreich. Er war ein proletarischer Schriftsteller des frühen Expressionismus.

Nach der Volksschule schloss er seine Malerlehre mit der Gesellenprüfung ab und war ab 1909 in verschiedenen Unternehmen beschäftigt. Nebenher besuchte er Abendkurse in der hannoverschen Kunstgewerbeschule und erhielt dort zwei Preise. Richard Dehmel, dem er 1913 begegnete, verhalf ihm zu ersten Publikationen in Paul Zechs Zeitschrift „Das neue Pathos“ und vermittelte ihn an die Werkleute auf Haus Nyland, die Engelkes Textsammlung „Dampforgel und Singstimme. Rhythmen“ in ihre Zeitschrift „Quadriga“ aufnahmen. Engelke wurde Mitglied bei den Werkleuten und verfasste gemeinsam mit Heinrich Lersch und Karl Zielke den Kriegslyrikband „Schulter an Schulter. Gedichte von drei Arbeitern“.
1915 bot ihm Lersch an, ihn für seine Kesselschmiede vom Kriegsdienst freizustellen. Engelke lehnte ab und wurde einberufen. Am 11.10.1918 geriet er als Soldat der deutschen Armee bei Cambrai schwer verwundet in Kriegsgefangenschaft und starb zwei Tage später in einem britischen Lazarett. Er wurde auf dem Soldatenfriedhof von Étaples an der französischen Kanalküste begraben.

Seine deutlich zeitbezogene Dichtung gibt seinem Werk innerhalb der deutschen Arbeiterdichtung eine Sonderstellung. Er fängt die Zeitstimmung auf einzigartige Weise in seinen lyrischen Zeugnissen zu Großstadt und Technik ein. Er verzichtet auf tradierte künstlerische Möglichkeiten und entwickelt neue Formen, seine erlebten Welten sprachlich zu fassen. Seine mögliche künstlerische Entwicklung fand durch seinen frühen Tod ein jähes Ende .


Werke u.a.:

1916:  Schulter an Schulter – Gedichte von 3 Arbeitern
1921: Rhythmus des neuen Europa – Gedichte, hrsg. von Jakob Kneip
1927:  Gesang der Welt – Gedichte hrsg. von Walther G. Oschilewski
1926:  Briefe der Liebe
1937:  Vermächtnis, aus dem Nachlass hrsg. von Jakob Kneip
1960: Das Gesamtwerk. Rhythmus des neuen Europa, hrsg. von Hermann Blome