Lied von der Erde

Vladimir Vissotski

Wer sagt, alles sei ausgebrannt!
Es hätte keinen Sinn auf dieser Erde zu sein?!
Wer sagt, die Erde sei tot?
Nein, sie hielt sich eine Zeitlang verborgen.

Man kann der Erde die Fruchtbarkeit nicht nehmen,
Nicht amputieren, so wie man das Meer nicht ausschöpfen kann!
Wer glaubt, dass sie die Erde zu Asche verbrannten?
Nein, sie wurde vor Kummer schwarz.

Wie Schnitte die Schützengräben.
Die Bombentrichter glänzen wie Wunden
Die bloßgelegten Nerven der Erde
Kennen Leid über dem irdischen Maß.

Sie erträgt alles, hält alles durch.
Rechne die Erde nicht zu den Krüppeln.
Wer sagt, dass die Erde nicht singt?
Dass sie auf ewig verstummt ist?

Nein, sie erklingt, unterdrückt das Stöhnen,
Das aus all ihren Rissen und Wunden dringt.
Denn die Erde - das ist unsere Seele.
Die man nicht mit Stiefeln zertritt.