Miyajima

Albrecht Haushofer

Ein Tempeltor, durch das die Wasser ziehn,
Am Strand geschwungner Steinlaternen Reihe,
Uralter Kiefern leis durchrauschte Weihe,
Und Rehe, die vor keinem Menschen fliehn.

An plätscherndem Gewässer steigt empor
Den Hang ein Pfad von Stufen, im Verblühn
Von reichster Wildnis: Rot und Gold und Grün.
Aus Abendwolken bricht die Sonne vor...

Der Gipfel – goldne Nebel rings herum,
Und Inseln ungezählt, Gebirge, Meer,
Aus lichter Tiefe schimmern Segel her —

Du hohes Eiland, stilles Heiligtum
In Japans blauer See, bewahre rein
Durch alle Zeiten Deiner Geister Sein!